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KI und Klimaschutz

Redaktion | 16.03.2021

TOPseven Künstliche Intelligenz und Klimaschutz

Kann künstliche Intelligenz zum Klimaschutz beitragen?

Der Bundesverband für KI hat im Februar 2021 ein Positionspapier zum Thema “Wie Künstliche Intelligenz Klimaschutz und Nachhaltigkeit fördern kann” herausgebracht. Hierin wird ein Sieben-Punkte-Plan beschrieben, welcher konkrete Schritte zeigt, um mit KI effektiv zum Klimaschutz beizutragen. In nachfolgendem Artikel wird das Positionspapier zusammengefasst.

Hier geht es zur Originalquelle: KIBV Klima Positionspapier

Um die dringend benötigten Einsparungen von CO2-Emissionen zu erreichen, wird viel Hoffnung auf künstliche Intelligenz gelegt. Denn diese hat das Potenzial die Entwicklung von neuen Technologien zu beschleunigen, Prozesse effizienter und damit energiesparender zu gestalten und durch exakte Prognosen frühzeitig das Treffen von notwendigen Entscheidungen zu ermöglichen.

Besonders in den Bereichen Energiewirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur sieht der KI-Verband hohes Potenzial, welches bis dato größtenteils ungenutzt ist. Im Energiebereich beispielsweise kann KI dabei helfen, optimale Standorte für erneuerbare Energien zu finden, diese durch akkurate Wetterprognosen effizienter zu gestalten oder durch KI-gestützte Inspektionen den Weiterbetrieb sicherzustellen. Vor allem aber im Bereich predicitve maintenance, also der vorausschauenden Wartung, und damit dem regelmäßigen Monitoring von Energieanlagen, wird hohes Potenzial gesehen. Die Ausfallzeiten bspw. von Windkraftanlagen können durch vorausschauende Wartung um 50% gesenkt werden.

In der Landwirtschaft wird künstliche Intelligenz bereits heute in der Agrar-Robotik, bei Wetterprognosen oder Frühwarnsystemen von Pflanzeninfektionen eingesetzt. Auch hier gibt es aber noch ungenutztes Potenzial, welches ausgeschöpft werden kann.

Am wohl bekanntesten ist der Einsatz von KI im Bereich des autonomen Fahrens, doch auch bei der intelligenten Steuerung von Gebäuden oder der automatisierten Verkehrssteuerung ist diese bereits im Einsatz. Auch hier sind Weiterentwicklungen und Neuerungen notwendig, um die enormen Einsparungsmöglichkeiten nutzen zu können.

Hemnisse

Das Potenzial ist sehr groß und dennoch gibt es auch hier Hemmnisse. Die größte Hürde sieht der KI Verband derzeit in der sogenannten „Monopolisierung von Daten“. Das heißt, dass notwendige Daten gar nicht erst erhoben werden (dürfen) oder vorhandene Daten nicht ausgetauscht werden. Qualitative und quantitativ hochwertige Daten sind aber die Grundlage zur Entwicklung von KI-Algorithmen. Wenn also keine Daten vorhanden sind, kann auch keine KI-Technologie entwickelt werden – die notwendigen Algorithmen entstehen aus vorhandenen Daten und aus diesem Grund kann das nicht voneinander abgegrenzt werden. Sicherlich ist es unumgänglich, dass die Daten entsprechend DSGVO-konform genutzt und verarbeitet werden – so kann eine Monopolisierung verhindert und gleichzeitig KI-Innovationen gefördert werden.

Des Weiteren ist die rechtliche Situation beim Einsatz von künstlicher Intelligenz bis dato nicht eindeutig, als bekanntestes Beispiel gilt hier wiederum der Bereich des autonomen Fahrens (Stichwort Haftung).

7-Punkte-Plan

Der Bundesverband für KI hat daher einen Sieben-Punkte-Plan entwickelt, was getan werden muss, um künstliche Intelligenz effizient für den Klimaschutz einsetzen zu können.

  1. Durchgehende Erhebung von Daten
    Die konsequente Erhebung von Daten in allen Bereichen inkl. den entsprechenden rechtlichen Vorschriften.
  1. Öffentliche Verfügbarkeit von Daten
    Klimaschutzrelevante Daten müssen öffentlich verfügbar sein und Unternehmen entsprechend auch zur Herausgabe von Daten an öffentliche Einrichtungen verpflichtet werden.
  1. Übergreifenden Zusammenarbeit
    Die Schaffung einer übergreifenden Plattform zur Zusammenarbeit von Forschung, Naturschutz, öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen für Nachhaltigkeitsprojekte.
  1. Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen
    Unternehmen sollten in Bezug auf Ihre Nachhaltigkeit bewertet werden. Bei entsprechender Erfüllung sollten diese bei Förderungen und Finanzierungsmaßnahmen Vorrang erhalten.
  1. Förderung von nachhaltigen Projekten
    Projekte, welche zur Emissionsreduktion bzw.  zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels beitragen, sollten bei der Vergabe von Förderungen bevorzugt werden.
  1. Förderung von Innovation zum Klimaschutz durch Wettbewerbe
    Zur Erreichung der Klimaschutzziele werden Innovationen benötigt. Diese können durch Wettbewerbe gefördert werden.
  1. Minimierung von negativen Auswirkungen und Rebound-Effekten
    Das Training von KI-Algorithmen geht oft mit hohem Energieverbrauch einher. Dazu werden Richtlinien benötigt, um den Nutzen gegenüber dem Schaden abzuwägen. Zudem sollen Rebound-Effekte (zu häufige oder intensive Nutzung) vermieden werden.

Fazit

Künstliche Intelligenz bietet also sehr viel ungenutztes CO2 – Einsparpotenzial. Dennoch ist die langfristig nachhaltige Anwendung der Technologie unumgänglich, um einen effizienten Beitrag zum Klimaschutz zu ermöglichen. Zudem muss ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass bei der Entwicklung von KI ebenfalls Emissionen entstehen und auch hierfür Methoden der Reduktion entwickelt werden müssen.

Der Bundesverband KI stellt mit seinem Positionspapier einen fundierten Vorschlag zur Verfügung, wie die Entwicklung von KI kurzfristig gefördert werden kann, um schnellstmöglich zum Klimaschutz beizutragen. Dies soll in Politik, Wirtschaft und Medien die Bedeutung von KI im Bereich Klimaschutz verdeutlichen und hervorheben.

Exkurs: Über den KI Bundesverband e.V.
Der KI Bundesverband vertritt laut eigenen Angaben KI-Unternehmer in Politik, Wirtschaft und Medien. Ziel ist es ein nachhaltiges KI-Ökosystem in Deutschland und Europa zu schaffen. Weitere Infos zum KI Verband gibt es hier: KI Bundesverband e.V.

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